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Gaskrank 2
Gaskrank Band 1

Leseproben aus Gaskrank2 (Auszüge)

Ready to Race - Kategorie: Supermoto

... Aber beim Wegfahren stirbt sie ab, jämmerlich, hab noch kein Gefühl für die Kupplung. Kick wieder wie ein Depp, sie läuft, kurz, und wieder aus. Mit geöffnetem Benzinhahn gehts gleich besser, auch die ersten Runden übersteh ich ohne Überschlag. Links und rechts pfeifen die Cracks an mir vorbei, ich spitz also die Lippen und pfeif mir eins: „Tiratiralu“ von Trio, was langsames - und es geht gleich besser! Weil, jetzt nehmens mich innen und außen gleichzeitig, also eine sogenannte Sandwichherbrennung erster Ordnung.

Macht nix, denk ich mir, ich hab eine abgeschlossene Schulbildung und schraub ein bissl am Moped. Psychologische Kriegsführung, klappt immer. Das klappt so gut, bis einer der wilden Purchen ca. 18 cm neben mir vorbeiwheelt und in den Helm lacht wie Bruce Willis in Armageddon, als er dem teuflischen Meteorit mit dem Bohrer das Licht ausbläst ...

Alles hat seinen Preis - Kategorie: Landstraße

... Im Gepäckabteil beginnt der Rasseköter zu randalieren und bellt die Heckscheibe an. So etwas Unerhörtes ist Herr K. nicht von seinem gedrillten Vierbeiner gewohnt: „Hasso, setz’ Disch hie!“ Doch der Hund wird nur noch wilder. Herr K. fixiert den Rückspiegel, aber es ist nichts zu sehen.

Schließlich steigert sich das Gebell zur Raserei. Jetzt ist auch Frau K. beunruhigt: „Was hadder dann bloß?“ Bevor der Gemahl antworten kann, beginnt der Hund zu winseln. Ein gleißendes, zuckendes Licht durchschneidet den Innenraum. Mit einem durchdringenden, kehligen Fauchen wischt ein schwarzer Schatten links vorbei. An seinem Hinterrad ein geductes rotes Tier, das mit infernalischem Lärm vorbeischießt und elegant direkt vor dem Gegenverkehr einschert (Fahrer und Beifahrer des entgegen kommenden Renault Kangoo formen mit ihren Mündern ein lautloses „O“). Die Christophorusplakette löst sich vom Armaturenbrett des Omega und fällt leise scheppernd auf die Fußmatte ...

Autobahnbolzen - Kategorie: Autobahn

... Japanische Reisebüros bieten Kurztrips nach Deutschland an, bei denen es um nichts anderes geht, als mit dicken Maschinen auf unendlich langen Geraden Vollgas zu fahren. Die Jungs fliegen dafür um die halbe Erde. Du hast so etwas vor der Haustür. Ab 2010 bestimmt die EU. Dann ist es für alle Zeiten vorbei mit dem Wahnsinn.

Was wirst Du deinen Enkeln sagen, wenn sie Dich fragen? Dass ihr Opa sein Leben lang ein langweiliger alter Sack war? ...

Wenn Du Gott siehst, dann musst Du bremsen! - Kategorie: Rennstrecke

... In der Kürze der Zeit war nun abzuwägen, ob der Gegenwert zweier Motorräder in Abwägung zum Preise einer halben Schachtel Sanwald ein riskantes Fahrmanöver rechtfertigt oder ich doch besser versuchen sollte, einfach hinter Dieter zu bleiben und eine Ansage zu verlieren.

In Bruchteilen von Sekunden traf ich die einzig richtige Entscheidung und ließ stehen. In nicht ganz unerheblicher Schräglage musste ich mit beiden Rädern komplett über die Außercurbs räubern, um die vorgeschriebenen 2 cm Sicherheitsabstand zu Dieters CBR einzuhalten. Dies gelang mir nur durch um 90 Grad rechtwinkeliges Abknicken meines Kopfes, da ich ansonsten mit meinem linken Auge bei der CBR Gas gegeben hätte. Dieter wurde wieder an die andere Bande gespielt, und ich hatte freie Fahrt ...

Ein schöner Tag - Kategorie: Landstraße

... Der Orkan um meinen Hals fächelt mir kühle Luft zwischen Leder und Haut. Vergeblich müht sich der Feuerplanet, mein pechschwarzes Visier zu durchdringen. Die Rentnerdichte ist sehr hoch auf dem Zubringer zum Naherholungsziel. Dürfen denn nur die Alten Spaß an ihrem Hobby haben: dem Wettkampf um die Krone des langsamsten Autofahrers?

Muss man immer auf die Rücksicht nehmen, die nichts erleben wollen, die sterben, ohne gelebt zu haben?

Adrenalin durchzieht meine Venen - Motoröl und Benzin geschwängert. Ich flute die Kammern der 600er und reiße die Gegenwart auf, schieße mich in eine andere Welt ...

Reden ist Silber, Schrauben ist Sepp - Kategorie: Landstraße

... Aufgesessen, Kupplung gezogen und den ersten Gang geräuschlos eingelegt. Ein wenig Gas und schwupps zieht es den Silbersepp voran. Erfreut stelle ich bei meinem Blick über die Schulter fest, dass der Standplatz unter dem Silbersepp absolut trocken ist. Den Choke kann ich nach kurzer Zeit zurück stellen. Geradezu forsch lasse ich den Boxer durch sein breites Drehzahlband schnalzen, was die Maschine mit lustvollem Rattern, Zischen und Schnaufen quittiert.

Vergessen in diesem Moment die langen Nächte des Bangens, die endlosen Zweifel, Selbstvorwürfe, ob der Silbersepp denn je wieder seinen Platz im röhrenden Chor der full litre twins einnehmen wird.

Vergessen in diesem Moment die durchdringenden, prüfenden Blicke des Meisters Reibach, ob ich dem Potenzial der Maschine gewachsen und denn überhaupt geeignet bin, mich seiner Arbeit würdig zu zeigen...

Vergessen in diesem Moment, auf die Straße zu schauen...

Einen weiteren Moment später durchfurche ich landschaftlich genutzte Flächen. Die Kraft des Motors bricht die Krume, gräbt sich ins Erdreich, als gelte es, Jules Verne auf seiner Reise zum Mittelpunkt der Erde nachzufolgen. Auf meinem direkten Weg nach Australien werde ich von der stabilen Ölwanne gestoppt ...

Laguna Seca´s awesome dude! - Kategorie: Rennstrecke

... Von nun an wird´s tricky. Turn 5 ist schneller, als sie ausschaut, ist mit ein paar Rillen versehen und durchläuft das Tal. Auch hier musst du viel Speed und Drehzahl mitnehmen, um auf dem Bergauf zu Turn 6 hinauf nicht abzustinken.

Und weil es hier so extrem den Hügel hinauf geht, kann man auch gepflegt spät bremsen. Allerdings tut man das fast blind... Denn obwohl es bergauf geht, kann man Turn 6 nicht einsehen, da die Einfahrt hinter einer Kuppe auf Dich wartet. Nicht, dass dies alles wäre... Durch die schnelle Links führt es auch gleich wieder rapide bergauf. Kompliziert?! Jaja - dann fahrt erst mal wirklich durch. Im TV kommt das Eck nicht so rüber, aber vertraut mir, das Baby is´ nix für schwache Nerven.

Und jetz´ kömmt´s dicke. Da oben wartet die Corkscrew auf mich, wie eine Klapperschlange, die in der Prärie kaum zu sehen ist. Der Kampf mit ihr beginnt schon den Hügel hinauf ...

Hock`n` roll - Kategorie: Rennstrecke

... Der Reiter öffnet die Bremse, klappt nach rechts weg und legt Sekundenbruchteile später das Gas zunächst wohldosiert an, um dann die Klappen ganz zu öffnen.

Spätestens jetzt habt Ihr einen Ganzkörpernoppenanzug an. Ein sehr tiefes, heiser-kehliges und schnarrendes Brummen entweicht den Akrapovic-Rohren und scheint die Tribünen links der Start-Ziel etwas nach hinten zu drücken. Klanglichschöner kann man der Urgewalt des potenten Kraftwerks keinen Ausdruck verleihen. Ein unendlich souveräner Bass ohne jegliches nervige Gebrüll und Gekreische – mit Abstand der rattigste Vierzylinder, den ich nach der RC30 gehört habe. Im direkten Vergleich klingt ein konventioneller Reihenvierer dagegen wie eine Mücke. Dass mir dieses Motorrad optisch so gar nicht gefällt, ist so was von vergeben und vergessen. Danke Yamaha-San! ...

Mein erstes Mal …auf der Rennstrecke - Kategorie: Rennstrecke

... Die Uhr tickte unaufhaltsam weiter. Logischerweise stellte sich nun konkreter die gefühlsmäßige Situation ein, die man mit dem anderen eingangs erwähnten „ersten Mal“ vergleichen kann. Jedenfalls mussten die Schmetterlinge im Bauch und die flauen Gefühle im Magen direkt vom holländischen Coffee-Shop non-stop in unsere Eingeweide geflogen sein. Es rumorte darin, als wenn ein Panzergeschwader den Boden erbeben lassen würde. Mareike schaute mich an – ich schaute Mareike an. Oh Gott - der Kaffee!!! Aber... Moment mal... Ich hatte doch gar keinen Kaffee getrunken... aaaaaah jaaaa... es war nicht der Kaffee... der Arsch ging uns nämlich jetzt auf Grundeis.

Zeitgleich ging unser beider Blick zum Klo. Die Muskeln spannten sich, und wir beobachteten uns wie zwei Raubtiere... „ICH ZUERST“. Schon mal Fersengeld gegeben in ner Kombi? Allernötigst auf’s Klo gemusst? So nötig, dass man unterwegs schon anfängt, Gürtel und Hose aufzuziehen? Tja – das geht abba nicht so mit ner Kombi. Also ich sag mal so... Zwischen dem dringenden Bedürfnis, sich zu erleichtern, und dem eigentlichen Akt... liegen Welten ...

Also sprach die Göttliche… - Kategorie: Landstraße

... Bis zum Hals ist das Runderl ereignislos, leichte Strecke, flottes Rollen.

Ebendort laufen wir auf ein Rudel Harleys auf, aufgeputzt und ordinär wie brasilianische Nutten und laut wie ein Bierzelt im Vollrausch. Es riecht nach Schaumfestiger, alle sind mördercool, irgendwer summt „born to be wild“, und alle fahren K(r)ampflinie, Bremspunkte wie Güterzüge.

Ich nehm also das Messer zwischen die Zähne und den Einser und schlage eine breite Schneise, hoffend, bei dem Massaker die Göttliche im Rückspiegel zu verlieren. Gnädigste tut mir nicht diesen Gefallen, hält Tuchfühlung ...

Ein Monsterleben - Kategorie: Landstraße / Rennstrecke

... Von Engelskirchen aus kommend ist der Auftrag klar: Links hoch zur Deponie, die zwei Jungs aus der untergehenden Sonne mir entgegenkommend in einem Rutsch abgreifen und dann freie Fahrt genießen. Oben drehen und bergab noch mal freundlich grüßen. Kein ungewöhnlicher Plan. Würde jeder so machen. Blinker also links, aus freier Fahrt rum den Eimer, Gas, schalten, Gas, Schwenker über die Mittellinie „Die Sau bockt mich ab!!“ Ein kurzes Gefühl der völligen Hilflosigkeit und der Gedankensplitter, dass es tatsächlich passiert, und zwar mir. Die Erinnerung an die Schmerzen wäre mir lieber.

Das Lindlarer Krankenhaus kannte ich schon. Das Engelskirchener schien auch brauchbar. Ich werde auf dem Flur zwischengelagert ...

Moped fahrn... - Kategorie: Landstraße

... Die italienische Grazie wird noch einmal mit Oktannektar versorgt, dann geht es heim. Es ist immer noch so gutes Wetter, dass es für eine Hopfenkaltschale in der Sonne langt. Pflege des Gerätes steht noch nicht an, also lasse ich es mir selber gut gehen.

Beim Fahrtabschlussweizen wird der Tag reflektiert. Alles, was vor der ersten Zündung passierte, hat dabei irgendwie keinen Platz mehr. Was zählt, passierte alles, während die 2 Tankfüllungen durch die Düsen, die die Kraft bedeuten, in die geheiligten Brennräume geflutet wurden, die Reifen 10% ihres Lebens ausgehaucht haben, die Sekundärkette sich ein wenig gelängt hat und der Reiter das Leben in der Kurve genossen hat.

Egal, was es war, das mich in die Garage getrieben...

Sella Runde - Kategorie: Landstraße

... Sehnlichst wünsche ich mir jetzt den Motor der R1200S für meine GS, dann hätte man noch was nachzulegen. GS schafft es nicht. In der nächsten Kehre gucke ich mir seine Maschine von der Seite an. Ich habe gut aufgeholt und war nahe dran zu überholen, aber mir war das alles zu heikel und habe dann leicht das Gas zurückgenommen.

So fliegen also 2 GSen den Sella hoch. Mit sichtlich viel Spaß beim Kurvengetümmel. Und weiter geht der GS-Express in Richtung Grödner Joch, auch hier kommt es zu dramatischen Szenen bei der Bergauffahrt, man schenkt sich nichts ...

Ein Wintermärchen - Kategorie: Landstraße

... Und dann geht es los. Die Benzinpumpe hat nur wenig Zeit, zu ahnen, dass jetzt ihr voller Einsatz gefragt sein wird. Das Kabel rollt sich auf, die Zylinder werden aufgeblasen. Selbst beim 1300-ccm-Aggregat heißt es jetzt, die Drehzahl nicht unter 6000 sinken zu lassen und immer auf Zug zu bleiben.

Eigentlich bin ich ja ein Freund der dicken Dinger, weil es egal ist, wann das Signal zum Vortrieb kommt. Ein Zylinder steht immer gerade bereit, sich aufzuplustern und den Stein zum Drehmomenttsunami an die Kurbelwelle zu werfen. Auch aus dem tiefsten Keller ...

The Dark Side of the Tresen - Kategorie: Werkstatt

... Alle Missetaten meiner Schrauberkarriere und sämtliche denkbaren Möglichkeiten liefen vor meinem geistigen Auge ab. Bald war ich mir sicher, dass ich den Ölfilter verkehrt herum eingebaut hatte - oder waren es doch die falschen Kerzen? Und irgendwann fiel es mir wieder ein: Ich hatte die Kontermuttern der Ventileinstellschrauben nicht richtig festgezogen.

Wenig später rollte der Transporter auf den Hof. Während man im Verkaufsraum mit nur mäßigem Erfolg versuchte, den Kunden mit verständnisvollen Worten und frischer Erdbeertorte (die eigentlich dem TÜV-Prüfer vorbehalten war) zu beruhigen, kam die waidwunde Güllepumpe auf die Bühne. Neben mir der Chef ...

Tatort - Kategorie: Landstraße

... Der Rest des von POM Schmitt-Lauch begonnen Satzes ist nicht mehr zu hören. Wie von Geisterhand erscheint plötzlich ein schwarzes Motorrad auf der Kuppe. Die Frequenz des markerschütternden Brüllens der Flachschieber verändert sich nur geringfügig, als der Fahrer genau auf der Kuppe kurz vor Einsetzen des Begrenzers vom 3. in den 4. Gang durchlädt. Nach dem Gangwechsel ist noch kurz das Donnern der garantiert db-Eater-freien 2-in-2-Racingschalldämpfer zu hören, als der Spuk auch schon vorüber ist. ...

Leben - Kategorie: Landstraße

... Die Solex muss noch weiter zerlegt werden, aber ohne vernünftige Werkbank wird das nix. Garage ausmisten? Oh weh, denke lieber nicht daran.

Aber Garage ist das Stichwort: Ein prüfender Blick auf die Straße: TROCKEN! Dem Köter beim Pinkeln zugeschaut: keine Kristallbildung, ergo frostfrei. Das Viech einmal hochgeschmissen: fällt senkrecht wieder runter, es ist somit windstill.

Mein Entschluss stand fest: morgens ein wenig relaxen, bevor der Tag einen gefangen nimmt. Den irritierten Köter im Schlepp also wieder nach Hause. Kaffee, Zigarette, leise umziehen und im Rausgehen ein: „Schatz, Du musst aufstehen. Dein Job wartet.“...

Ziegelstein auf Speed - Kategorie: Autobahn

... Mein Herz pochte, mein Kreislauf wurde von Adrenalin geflutet, ich riss mich zusammen. Mit der Lässigkeit eines texanischen Cowboys ging ich zu der Monstermaschine und setzte mich drauf. Erstaunlich, dass meine weichen Knie nicht nachgaben. Nach einer kurzen Einweisung fuhr ich mit arg gebremstem Schaum los. Mein Respekt vor der brachialen Leistung des Ziegelsteins war mindestens so groß wie meine Angst vor den feuchten Straßen Bayerns. Zu meiner eigenen Verblüffung ging das Fahren richtig gut. Motorrad fahren ist wie Geschlechtsverkehr oder Betrinken: Man verlernt es praktisch nie, es steckt in einem drin ...

FOSH - Kategorie: Landstraße

... Plötzlich praktisch Stillstand: Wir laufen auf ein anderes Rudel auf, das hinter einem Auto statt zu überholen am Wunderbaum schnüffelt. Es wuselt plötzlich, locker 20 Motorräder kämpfen um die Pole, ein paar tausend PS brüllen über den Hals Richtung Pottenstein, schwerst im Infight, dazwischen ein paar verschüchterte Ausflügler. Dann beginnt das große Gemetzel, weil: Mir taugts ja, wenn Herzubrennende sich wehren, aber so eine schwule Kampflinie hab ich ja noch nie gesehen ...

Gekauft wie gesehen - Kategorie: Werkstatt

... O-Ton Bernhardt, der nicht Bernhardt heißt: „Du, wat´n mit der Karre los, höma, die fährt do janisch rischti, ruckelt un stottert eh, des jibbs do janisch, wat hat´n Dein Kollege Dir jesacht, wat mit dem Ding los is? Da musste aba ne Mege investieren, um dat det Ding rischti loft... Komma vorbei, kannste Dir ma ruf setzen, ick jeb Dir rote Kennzeischen und drehste hier ma ne Runde… Ick kann Dir nee saren wat die hat, die Zicke die, mach die Ducatis ooch erst nen Jahr lang, und so ene hat ick noch jar nich bei mir...“ Ich lasse den Kopf hängen ...

Restaurante La Curva - Kategorie: Landstraße

... die spanische Hinterlandroute – eine 600 Kilometer lange einsame Kurvenorgie auf göttlich-geschmeidigen Straßen, deren Belag sich auf wunderbare Weise mit Motorradreifen verzahnt und von emsigen Straßenarbeitern liebevoll gepflegt wird. Der Rest der Motorradwelt soll sich meinetwegen auf der Küstenroute die Nerven ruinieren.

Nach und nach schöpfte ich mehr Vertrauen in den tiefschwarzen, gleichmäßigen Belag. Kaum ein Bitumen-Flicken verunzierte die Straßenoberfläche. Die meisten Kurven waren gut einsehbar und ließen Geschwindigkeiten zu, die ich auch auf einer monotonen Autobahnfahrt als Reisetempo gewählt hätte. Ortschaften und Städte liegen in diesem Land so weit auseinander, dass man das Heizen in der Einöde mit nur wenigen Unterbrechungen genießen kann. Die Reifen verbogen sich aus lauter Freude über ihre immer runder werdenden Flanken. Es konnte Kilometerarbeit vom Feinsten geleistet werden ...

Es war nicht schön! - Kategorie: Landstraße

... ein paar Heftzwecken in die Moppedstiefel geworfen - anders bekomme ich die Mundwinkel nicht mehr von den Ohrläppchen weg!

Frau Renate S. wiegt sich schon wieder, oder immer noch, Nachbarin K., 45, gibt mir nen Zehner für Sprit („Danke. Die Spontanlatte meines Alten habe ich weidlich ausgenutzt!“), Kinder skandieren: „Noch ne Rundenochnerundenochnerunde...“, Hunde verkriechen sich wieder unterm Tisch, Katzen bringen ihre Jungen in Sicherheit. Und ich? Ich freue mich jetzt noch mehr auf Schottland ...

Am Hocken zerbrocken - Kategorie: Rennstrecke

... und sehe einen Streckenposten trauernd vor The One. „Wir haben alles versucht, konnten sie aber nicht mehr wiederbeleben“ teilt er mir mit belegter Stimme mit. Sie wird auf dem Schandkarren in die Zeltstadt gebracht, ich zum Streckenhospital.

Die Ärztin schläft auf dem Untersuchungstisch und is not amused, von meinem Zivi und mir so früh geweckt zu werde. Nach 10-sekündiger in Augenscheinnahme (scheint noch alles dran zu sein?) will sie mich nach Hockenheim ins Krankenhaus schicken, denn hier könne man eh nix tun. Ich lehne dankend ab, frage mich, wofür das Gebäude mit dem roten Kreuz dann wohl vorgesehen ist, und lasse mich vom Zivi in die Zeltstadt fahren ...

Von ganz unten - Kategorie: Landstraße

... Montag, 2. August 2004 Neustadt/Weinstraße Am vergangenen Freitag kam ein Motorradfahrer auf der A65 auf Höhe der Ausfahrt Edenkoben aus noch ungeklärter Ursache zum Sturz und verletzte sich schwer. Sein Motorrad beschädigte ein weiteres Fahrzeug, weitere Personenschäden gab es nicht. Der Kradist wurde per Hubschrauber in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen transportiert.

Dienstag, 3. August 2004 Der Motorradfahrer wacht aus dem künstlichen Koma wieder auf. Zwei Tage braucht meine Mutter, die wie Vater und Schwester vom Niederrhein bzw. aus Berlin in die Pfalz gereist sind und da bis zu drei Wochen bleiben, um mir klar zu machen, was eigentlich los ist ...

"Verstehst Du Gaskrankisch?" - Kategorie: Slang

Motorradfahrer sind zwar eine eingeschworenen Gemeinschaft, trotzdem verstehen sie sich nicht immer. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Und das hat jetzt nichts mit irgendwelchen Animositäten von heißblütigen Joghurtbecher- Treibern, wettergegerbten Tourenschwuchteln oder Totenkopf-geschmückten Chopperfahrern zu tun, dass sich der eine oder andere fragt: „Was brabbelt der da?“

Das Problem heißt Slang.

Seien es nationale oder regionale Denk- und Merkwürdigkeiten der Sprachfindung oder einfach die Ausdrücke, die sich in Gemeinschaften realer oder virtueller Art einbürgern - wer nicht dazu gehört, weil er das Hobby nicht so intensiv betreibt oder einfach woanders unterwegs ist, kommt damit nicht klar.

Und wenn selbst die Zweiradler dies nicht alles kapieren - dann haben auch Nicht- Motorradfahrer (die sich Gaskrank als Ersatzdroge gönnen) das Recht, die wichtigsten oder abgefahrensten Ausdrücke der Gaskranken erklärt zu bekommen ...
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