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Preis 11,80 zzgl.
Porto und Verpackung (siehe Bestellseite) Auf Lager 2.
Auflage ISBN: 3-00-019582-3
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Gaskrank2 |
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NEU ab 12/09 192 Seiten 52
Geschichten 28 Autoren 39 Comics ISBN: 978-3-00-029405-1
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Buchseite |
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"Gaskrank" - Leseproben |
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Es wird Winter |
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Unaufhaltsam bricht die vierte Jahreszeit herein:
Die Tage werden kürzer, die Nächte in der Garage kälter. Die
kleine Spaltmaschine steht mehr oder weniger gestrippt auf der Hebebühne
und wartet auf Zückerchen aus den umliegenden Tuner-Tempeln. Eine
vierzylindrige Boden-Boden-Rakete ist wie eine schöne Frau, und es findet
sich immer wieder ein Accessoire, dass sie noch schöner macht. Jedes neue
Teil wird zunächst liebevoll ausgepackt, begutachtet und der unwissenden
Familie vorgeführt. Obwohl du von der eigenen Frau eher wie ein kleiner
Junge gemustert wirst, der gerade eine neue Carrerabahn bekommen hat, nimmst du
das neue Teil für eine Nacht mit ans Bett. Kurz vor dem Einschlafen schaust
du ob es noch brav auf dem Nachttisch liegt, und freust dich auf den nächsten
Tag, wenn du es vorsichtig einbaust.
Du streichelst deiner Kleinen liebevoll über die geschmeidigen Hüften
und erfreust dich am Anblick jedes einzelnen Details. Schnell ist ein kleiner
Lappen zur Hand, um die geliebte Mopette von diversen, netzhautreizenden Flecken
und Aufzündresten zu befreien. Ein kleines Lächeln macht sich breit
und du beschließt, genau jetzt ein schönes Bier (oder ein Korea) zu
trinken. Der Blick streift über die aus dem Vollen gefräste Fußrastenanlage,
die herrlich zusammengeschweißte Schwinge, die kunstvoll verlegten und
wunderschön angelaufenen Krümmer oder die golden beschichteten
Gabelholme.
Schließlich besteigst du die Kleine, lässt die Hände
gefühlvoll über den Tank bis an die Alu-Stummel gleiten, ziehst die Füße
auf die Rasten, und rutscht automatisch in eine geduckte Haltung ...
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Ein Samstag im Keller |
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... jetzt mache ich mich an die vorbereitenden
Arbeiten, damit der Tank von innen versiegelt werden kann. Lösung im
Verhältnis eins zu eins mit heißem Wasser mischen und in den Tank
geben. Den Tank schwenken, damit die Lösung den Tank gründlich
benetzen kann. Lösung zwei Stunden wirken lassen. Dabei regelmäßig
den Tank schwenken. Den Tank anschließend gründlich mit Wasser ausspülen.
Diesen Vorgang dreimal wiederholen."
Na toll", denke ich. Das bedeutet, ich darf den kompletten
Samstag Nachmittag in diesem Arsch kalten, ungemütlichen Keller verbringen.
Wie viele Männer in Deutschland wohl in einer ähnlichen Situation
sind? ...
... wahrscheinlich wird in Kürze ein
Sondereinsatzkommando der Polizei den Keller stürmen, weil Frau Beukenberg
dort ein geheimes Labor zur Herstellung synthetischer Drogen vermutet. Oder sie
siedelt mich in einer terroristischen Zelle an und im Keller baue ich Bomben,
auf denen Ducati" steht ...
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Continentaldrift |
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... seit ich denken kann, wollte ich unbedingt mal
bei den 1000km mitfahren, aber irgendwie hatte es bisher nie geklappt.
Eigentlich wollte ich 2006 mit meinem Endurance-Teamchef Konrad Wuschel"
Schittko die 1000 in Angriff nehmen, aber unsere neue Waffe, eine carbonisierte
Superduke, würde erst Ende April im Basislager eintreffen. Und so entschied
sich Konrad, der neben KTM- auch Aprilia-Händler ist, mit einem
Noale-Produkt zu fahren und unserem Langstrecken-Mechaniker Markus die höheren
Zündweihen zu erteilen. Als ich Wuschelkonni darauf ansprach, dass ich mit
seinem alten Seriensportkollegen und 3-fachen deutschen Meister der letzten
Jahre gegen ihn anzutreten gedenke, lachte er schelmisch und meinte lapidar, er
würde mich elendiglich thermonuklearisieren.
Lieber Wuschel",
konterte ich eiskalt, da müssen schon Männer oder Maschinen
kommen, keine ferngesteuerten Unterhosen!" Perplex sprach er in der
Folgezeit kein Wort mehr mit mir. Zwei Wochen vor dem großen Tag bekam ich
wieder eine Kurzmitteilung von Rainer: Hallo Bruder, ich war heute 150 km
mit dem Rennrad unterwegs! Bin fit wie ein Junger!"
Hallo Hässlicher, habe heute den Himalaya über die
schwerere Westroute bezwungen, ohne Sauerstoff und nur mit einem
racing4fun-T-Shirt bekleidet. Meine beiden Sherpas haben es nicht überlebt."
... da Karfreitag war und mir meine Oma verboten hatte, Fleisch zu mir
zu nehmen, fragte ich Rainer, ob er etwas Fisch oder Gemüse dabei hätte.
Er führte mich in seinen Anhänger, wo etwas geheimnisvoll vor sich hin
brutzelte und flüsterte mir ins Ohr: Bundy, was da in der Pfanne
liegt ist ein Pygocentrus Piraya, ein schwarzer Piranha! Den hab ich gestern mit
dem nackten Penis aus dem Piranhabecken der Wilhelma geangelt. Den essen wir
jetzt zur Erhöhung unserer Grundaggressivität." Ich war
konsterniert.
Zwar hatte ich gewusst, dass Zweizylinderfahrer manchmal
zu seltsamen Methoden greifen um ihre Gegner unter Druck zu setzen: Gerüchten
zufolge hatte Aprilia-Wuschelkonrad vor zwei Jahren vor Rainers Augen auf ein
Ducati-Prospekt uriniert aber dieser Voodoo-Zauber mit dem Pygocentrus
Piranya kam mir jetzt doch etwas übertrieben vor. Weil ich Rainer aber
nicht enttäuschen wollte, aß ich die Hälfte von dem toten
Raubfisch. Zum Glück schmeckte er gebraten nicht mehr nach dem Köder
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Oschersleben |
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... Hömma, auf dem Reifen kannze direkt
ausse Garage auffem Knie abbiegen!" Das hatte mir Dachdecker-Andi neulich
mit dem Brustton der Überzeugung erklärt. Andi musste es wissen, denn
Andi ist schnell und ein Könner.
Vor Jahren ist er einmal in
einer Fernseh-Talkshow am Nachmittag aufgetreten. Thema war natürlich der
Straßenverkehr, dessen vernünftige Regulierung, und der ewige Zwist
zwischen Motorrad- und Autofahrern. Andi war wohl vorbereitet: Auf der Brust
seines T-Shirts prangte ein großer roter Honda-Flügel, und darunter
war zu lesen Ich kriege euch alle!".
Die Ärmel waren
mit Sponsoren-Logos und einem kursiv gesetzten Andi" verziert: Wenn
auffe Landstraße 100 erlaubt ist und einer krötet mit sechzich vor
mir her, dann is dat Nötigung! Dann schnupf ich den auf, auch wenn Überholverbot
is!" ...
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So war das heute |
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... ich komme also mit anständig Feuer
angeflogen, schalte diverse Gänge runter, Papi mit der Videokamera holt
sich beim Mitfilmen eine Hexenschuss, ich fahre den der Links vorgelagerten
Rechtsknick auf der Bremse an und winkle dann die Duc ab. Tief. Tiefer. Noch
nicht tief genug!!
Also Gas. Einfach genial!! Der nächste Winkel. Wieder absolut
einsehbar, wieder breit, wieder griffig, wieder keine Dose weit und breit zu
sehen. Jetzt gilt's: Ich lasse mich ganz nach links tragen, bremse diesmal
einfach nicht. Arsch nach rechts, Knie und Kopf nach vorne und nach innen, und
wie ich mich so durch die Kurve treiben lasse, merke ich, daß ich unter
dem Rückspiegel hindurch nach vorne schaue. Eh klar, gepflegtestes
Hanging-Off!
Es ist an der Zeit, ein Einfach geil!!!" in den Helm zu brüllen
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Ampelstart |
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... nur noch wenige Sekunden bis zum Verlöschen
von rot. Er legt seine Rechte langsam auf den Gasgriff, bewehrt von einem
schwarzen Handschuh mit Carbon-Applikationen. Es ist keine Hand. Es ist die tödliche
Klaue eines Alien.
Ich will nach Hause. Mir ist schlecht. Noch drei oder vier Sekunden.
Was soll ich nur tun? Die Augen nach wie vor zu Schlitzen verkniffen durchwühle
ich die vielen Schubladen in meinem Kopf, die sich in dem Schrank mit der
Aufschrift Ausweg" verbergen. Soll ich versehentlich den Motor abwürgen?
Als Versager da stehen? Ich könnte eine Ohnmacht vortäuschen. Geht
aber nicht wegen der Lackschaden-Gefahr, wenn ich dabei mit meiner Ducati
umkippe.
Und wenn ich aus heiterem Himmel von einem
Blinddarm-Durchbruch ereilt werde? Dann müsste er sogar Erste Hilfe
leisten!
Einen Augenblick später springt die Ampel auf grün und ...
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Ich fahr gerne Motorrad |
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... in der nächsten, gut einsehbaren Links
braucht man die ganze Straßenbreite, die allerdings nach innen harsch von
der Leitplanke begrenzt wird.
Also fein aufgepasst, dass man in Schräglage
nicht mit den Handguards am Plankenblech hängen bleibt. Obwohl - wäre
ja auch nicht so schlimm. Schließlich hat der Kürbis noch Garantie
und ein angeschliffener Handschutz ist ja kein normaler Verschleiß und müsste
demnach kostenlos getauscht werden.
Es folgt das Anbremsen in den brutalsten 120°-Rechtsknick, der
jemals von unterbezahlten Straßenbauarbeitern geteert wurde. Beim
Anbremsen denke ich daran, dass ich unbedingt die neue Husky Probe fahren muss,
da die an diesem Haufen verbaute P4-Bremse dem KTM-Stopper um Welten überlegen
sein soll.
Im Scheitelpunkt bricht mir die Sau beim Gasanlegen hinten
aus ...
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Himmel und Hölle |
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... vor mir tauchte langsam aber sicher ein Fahrer
in einer relativ zerschossenen Kombi auf. Je näher ich kam, desto sicherer
war ich mir, dass dies nur der K3-Franz sein konnte, der zur Tarnung auf einer
weiteren ZX-10 unterwegs war.
Exakt sieben Minuten vor dem Ende war ich in der letzten Rechts an
seinem Hinterrad und freute mich schon auf ein paar weitere lustige Minuten.
Doch was war das? Roch ich da etwa eine Bierfahne? Ja, es war eindeutig
Biergeruch, der mir da aus dem Helm von Franz entgegenwehte. Eine Farce. Wenn
ich hinter jemandem herfuhr dann wollte ich entweder den Duft der großen,
weiten Welt in Form von Korea riechen, oder alternativ Zweitaktöl
(vorzugsweise TTS), oder wenigstens verbrannten Gummi!
Ich musste ihn
also überholen, und zwar so schnell wie möglich. Mein Plan sah wieder
die Hasseröder als Schlachtfeld vor, aber am Ende der Zielgeraden blieb ich
mit meinen langen Siebenmeilenstiefeln beim Runterschalten einmal mehr an dem blöden
Knubbel hängen, der sich rechts neben dem Schalthebel befindet und landete
im Leerlauf.
Yiiiieeehaaaaaaaah, was für ein Gefühl, wenn
man extra spät auf der Bremse war, und dann schon in Linksschräglage
im Stoppie aufs Kiesbett zubremst. Ich nutzte die grün angepinselte Fläche
vor dem Kiesbett voll aus und konnte mit klopfendem Herzilein wieder auf die
Strecke zurück. Nun beschloss ich etwas zu tun, das Freens später als
Essenz der Vernunft bezeichnen sollte ...
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Carls Hammer |
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... die Menschen drängeln sich aneinander,
bewaffnet mit Zuckerwatte, Popcorn und Digitalkameras.
Der Ledermann ist alleine mit seinem Vauzwei. Er ist mit sich im
Reinen. Die Welt schrumpft auf die Faktoren Spaß und Asphalt".
Er gibt die Bestie frei, lässt die Zügel locker, und mit mächtigen
Sätzen stürmt Carls Hammer über die Oscherslebener Steppe. Sanft
streicht das Knie des Ledermannes das erste Mal über den Asphalt.
Als der Ledermann die Zielgerade hinunter donnert, nimmt er aus den
Augenwinkeln die tobende Menschenmenge wahr. Die anwesenden Frauen reißen
Schilder mit der Aufschrift Mach mir ein Kind" in die Höhe.
Die Bestie knurrt: Lass mich jetzt laufen."
Der Ledermann
stellt die Drosselklappen auf maximalen Durchlass. Das Brüllen wird zum
Orkan, ein schwarzer Strich als Visitenkarte das Biest reißt den
Ledermann wie eine Kanonenkugel aus dem Eck. Die anwesenden Frauen werfen erste
Kleidungsstücke auf den Asphalt ...
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Korea |
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trad.
Getränk, welches zu
gleichen Teilen aus Cola und Rotwein gemischt wird. Per Definition
Hauptnahrungsmittel des Wemsers und des Aufzünders, welchem,
vergleichsweise dem Zaubertrank der Gallier, übernatürliche Kräfte
nachgesagt werden.
Die häufigsten Nebenwirkungen, bei übermäßigem
Genuss, sind unter anderem: Sprachstörungen [bei schwerem Missbrauch bis
zum totalen Verlust der Muttersprache], Halluzinationen, Harninkontinenz,
Gleichgewichtsstörungen, Grobmotorik, schwarzer Stuhl, Wahnvorstellungen
und vorübergehende Blindheit.
Die positive Wirkung des gemäßigten Koreagenusses auf die
Geschwindigkeitsanhangdrüse [engl.: Speedhypophyse] ist nach einer
umfassenden Untersuchung der ...
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